Baienfurts Ringer vor wegweisendem Duell

Starke Greizer Mannschaft erwartet die Oberschwaben

Es ist kein unbekannter Gegner für die Ringer der KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt und dennoch sind die Grundvoraussetzung in dieser Saison völlig verschieden. Mit zwölf hochkarätigen Neuzugängen und dem selbst ausgerufenen Ziel, ins Playoff-Halbfinale einzuziehen, hat der RSV Rotation Greiz seinen Kader einmal komplett runderneuert und ist zu Beginn der Saison zu einem kleinen Geheimfavoriten avanciert. Am zweiten Kampftag der Bundesligasaison stehen die Oberschwaben in Thüringen nach ihrem überzeugenden 22:5-Auftakterfolg über den ASV Hüttigweiler nun also vor einem echten Gradmesser. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften stand noch unter ganz anderen Vorzeichen.

In Baienfurts Premierensaison in der Bundesliga nach langer Abstinenz traf die KG 2023 auch zweimal auf Greiz, wobei beide Mannschaften um den Klassenerhalt kämpften. In der Halle der Thüringer verloren die Oberschwaben knapp mit 12:15 – es war nur einer von zwei Siegen, die der RSV in jener Saison feiern konnte. In eigener Halle gewannen die Baienfurter dann ebenfalls knapp mit 16:15. Teil der damaligen Mannschaft der Greizer waren auch drei Ringer, die im heutigen Kader immer noch zu den absoluten Leistungsträgern zählen. Der Moldauer Nicolay Grahmez (75 kg Freistil), der Baienfurts damaligen U20-Europameister Stas David Wolf zweimal besiegen konnte, der erfahrene Razvan Marian Kovacs (61 kg Freistil), der KG-Neuzugang Norik Harutyunyan fordern wird sowie Lucas Kahnt (80 kg Freistil), der damals beide Duelle gegen Marcel Käppeler gewann.

Zu den weiteren Leistungsträgern zählen die Neuzugänge Alexandru Solovei, Tuncay Vazirzade, Erik Thiele sowie Ilja Klasner. Solovei (80 kg griechisch-römisch) gehört zu den besten Ringern der Liga in seiner Gewichtsklasse, ist U23-Europameister und wird KG-Ringer Nick Allgaier vor eine Mammutaufgabe stellen. Tuncay Vazirzade (86 kg griechisch-römisch) ist kein unbekannter für die Oberschwaben. Im letzten Jahr stand er mit dem KSV Ketsch schon zweimal gegen die KG auf der Matte und konnte seine Duelle gegen Nick Allgaier sowie Jan Zirn jeweils deutlich für sich entscheiden. Der Kampf gegen Baienfurts Leistungsträger Daniel Cataraga könnte sich zu einem Schlüsselkampf des Abends entwickeln. Auch der erfahrene Erik Thiele (98 kg Freistil), der im ersten Kampf noch gefehlt hatte, gehört zu den besten Ringern des Landes. Der langjährige Athlet des mehrfachen Mannschaftsmeisters Wacker Burghausen und Nationalringer hat mit KG-Mann Radu Lefter aber ebenfalls einen schweren Brocken vor der Brust. Bereits in früheren Jahren haben sich der bundesligaerfahrene Ilja Klasner (130 kg Freistil) und Jan Zirn enge Duelle auf Augenhöhe geliefert, was im Gesamtpaket für einen spannenden Kampfabend sprechen könnte.

„Es wird sehr, sehr schwer, aber es gibt einige Kämpfe, die völlig offen sind. Wenn wir da das Quäntchen Glück auf unserer Seite haben, ist vielleicht etwas drin“, lautet die Einschätzung der KG-Verantwortlichen. Kampfbeginn ist am kommenden Samstag um 19:30 Uhr in der Sporthalle an der Eisbahn in Greiz. Dann wird sich zeigen, wo der Weg für die Oberschwaben in dieser Saison hinführen kann.

Die zweite Mannschaft der Oberschwaben kämpft in der Verbandsliga Württemberg nach der bitteren Auftaktniederlage derweil bereits am Freitagabend bei der KG Wurmlingen/Tuttlingen. Die Gastgeber setzten am ersten Kampftag bereits ein dickes Ausrufezeichen und übernahmen nach einem überzeugenden 26:8-Erfolg gegen den VfL Obereisesheim die Tabellenführung. Die Bundesligareserve der KG hat bei der knappen Niederlage gegen Aufstiegsaspirant Unterelchingen allerdings gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Gepickt mit etlichen Ringern aus der eigenen Jugend sind die Oberschwaben gewillt, am Freitagabend ihren ersten Saisonsieg einzufahren.

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