Baienfurts Ringer kassieren erneut eine knappe Niederlage

Gegen das Spitzenteam aus Hösbach herrscht Spannung bis zum letzten Kampf

„Das zieht sich irgendwie so ein bisschen durch die Saison durch. Am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da und können trotzdem sehr zufrieden sein“, sagt Simon Weißhaar, Cheftrainer der KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt nach der 13:17-Niederlage gegen das Spitzenteam vom KSC Hösbach. Dabei schnupperten die Oberschwaben auch dank eines überragenden Premierenkampfes von Neuzugang Joni Khetsuriani lange an einer Sensation. Zum Rückrundenauftakt wurden die Stilarten gewechselt, weshalb mit Khetsuriani, Georg Harth und Maxim Hafner drei Debütanten in die Mannschaft rückten. Im Vorfeld des Kampfes wurde es für viele Baienfurter aber erst einmal emotional. „Bolde, Bolde, Bolde“, schallte es durch die volle Baienfurter Sporthalle, als Baienfurts langjähriger Jugendtrainer Roland Bolduan unter tosendem Applaus in seinen wohlverdienten Trainerruhestand verabschiedet wurde. Im Anschluss jubelten dann aber erstmals an diesem Abend die Gäste aus Hösbach.

Baienfurts Norik Harutyunyan (61 kg griechisch-römisch) war gegen Numam Bayram stilartfremd komplett überfordert und musste nach zwei Minuten eine technische Niederlage einstecken. Erneut zu überzeugen wusste Radu Lefter (130 kg Freistil), der Robin Ferdinand nach anfänglichen Schwierigkeiten komplett im Griff hatte und mit seinem Überlegenheitssieg für die erste Höchstwertung für die Gastgeber sorgte. In der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm im freien Stil gab KG-Nachwuchstalent Maxim Hafner sein Bundesligadebüt. Gegen den besten Bundesligaringer der Vorrunde, Daulet Temirzanov, war der Baienfurter Youngster allerdings chancenlos und verlor technisch. Jan Zirn (98 kg griechisch-römisch) ließ in einem ereignisarmen Kampf wenig zu und verlor gegen Erik Löser knapp mit 0:4. Was darauf folgte, war Ringsport der Extraklasse. Baienfurts Neuzugang Joni Khetsuriani (71 kg griechisch-römisch) lieferte gegen Deutschland WM-Teilnehmer Abdolmohammad Papi eine echte Machtdemonstration ab. Nach einer Vierer- und zwei Fünferwertungen markierte er einen Überlegenheitssieg, animierte die Baienfurter Fans zum Jubel und brachte die Halle zum Beben. „Die Fans waren unglaublich, das hat richtig Spaß gemacht“, sagte der Georgier im Anschluss an seinen Kampf. „Das war natürlich überragend. Der Papi ist ein echter Spitzenmann. Den so zu besiegen ist absolut keine Selbstverständlichkeit“, zeigte sich KG-Trainer Simon Weißhaar beeindruckt.

Nach der Pause war auch Baienfurts zweiter Debütant erfolgreich. Georg Harth (86 kg Freistil) agierte gegen den erfahrenen Ahmed Dudarov clever und sicherte den Oberschwaben durch seinen knappen 2:1-Erfolg einen wichtigen Mannschaftspunkt. Fernando Mahmoud (75 kg Freistil) begann gegen den erfahrenen deutschen Spitzenringer Tim Müller stark und lag zur Pause mit 6:4 in Front. Die zweite Hälfte ging dann aber klar an den Hösbacher, der den Kampf drehte und nach drei Viererwertungen noch technisch Überlegen gewann. Keine Mühe hatte im Anschluss Daniel Cataraga (80 kg griechisch-römisch) mit Finn Stadtmüller. Nach etwas mehr als einer Minute landete er einen Überlegenheitssieg und sorgte für den Stand von 13:14 vor den letzten beiden Kämpfen. Im Duell zweier Top-Ringer trafen KG-Leistungsträger Valeriu Toderean (75 kg griechisch-römisch) und der erfahrene Gevorg Sahakyan aufeinander. In einem engen Kampf hatte der Hösbacher das bessere Ende für sich und gewann mit 5:4. Damit war die Ausgangslage vor dem letzten Kampf klar: Marcel Käppeler (80 kg Freistil) musste gegen Felix Schmitt, gegen den er in der letzten Saison zweimal verloren hatte, mindestens zwei Mannschaftspunkte holen, um die Oberschwaben für eine abermals gute Leistung zu belohnen.

Nach einer starken Punkteserie des Gästeringers lag Käppeler aber bereits nach einer Minute mit 0:10 in Rückstand. Der Baienfurter gab sich nicht auf, warf in der letzten Minute noch einmal alles in den Kampf, konnte aber nur noch auf 4:11 verkürzen. KG-Cheftrainer Simon Weißhaar fand nach der nächsten Niederlage dennoch lobende Worte für seine Truppe: „Hösbach kommt hier mit einer richtig starken Mannschaft an und trotzdem haben wir den Kampf wieder bis zum letzten Moment völlig offengelassen.“ Aufgrund der bevorstehenden Weltmeisterschaft, bei der auch Baienfurts Radu Lefter im Einsatz ist, geht die Ringerbundesliga jetzt erst einmal in eine kurze Saisonpause. Die gilt es zu nutzen, um dann in drei Wochen beim KSV Witten 07 wieder zählbares einzufahren.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

61 kg griechisch-römisch: Norik Harutyunyan – Numan Bayram 0:18, Zwischenstand 0:4

130 kg Freistil: Radu Lefter – Robin Ferdinand 18:2, Zw. 4:4

66 kg Freistil: Maxim Hafner – Daulet Temirzanov 0:16, Zw. 4:8

98 kg griechisch-römisch: Jan Zirn – Erik Löser 0:4, Zw. 4:10

71 kg griechisch-römisch: Joni Khetsuriani – Abdolmohammad Papi 16:0, Zw. 8:10

86 kg Freistil: Georg Harth – Ahmed Dudarov 2:1, Zw. 9:10

75 kg Freistil: Fernando Mahmoud – Tim Müller 8:23, Zw. 9:14

80 kg griechisch-römisch: Daniel Cataraga – Finn Stadtmüller 16:0, Zw. 13:14

75 kg griechisch-römisch: Valeriu Toderean – Gevorg Sahakyan 4:5, Zw. 13:15

80 kg Freistil: Marcel Käppeler – Felix Schmitt 4:11, Endstand 13:17

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