KG feiert gelungenen Heimabschluss

Baienfurts Ringer gewinnen Krimi gegen Reilingen/Hockenheim

Bis zum letzten Kampf war alles möglich, dann schallten lautstarke Fangesänge durch die Halle. „Hier regiert die KG B“, war von den Rängen in der neuen Baienfurter Sporthalle zu hören.  Tolle Stimmung, spannende Kämpfe und am Ende der gewünschte Heimsieg für die KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt in der 2. Bundesliga Süd. Nicht umsonst schwärmte KG-Vorstand Markus Bohmeier nach dem letzten Heimkampf der Saison von diesem würdigen Abschluss: „Der Abend hatte alles zu bieten, was den Ringsport ausmacht“, zeigt sich Bohmeier begeistert. Auch Trainer Dariusz Jelen schwärmt vom letzten Kampf vor heimischer Kulisse: „Man merkt einfach, wie die Jungs vom Publikum gepusht werden, alles geben und ans Limit gehen. Das macht dann auch als Trainer Spaß“.

In voller Mannschaftsstärke nach Baienfurt gereist, stellte die RKG Reilingen/Hockenheim die Oberschwaben gewaltig auf die Probe und ging nach einem engen Kampf zwischen Veaceslav Mamulat (61 kg griechisch-römisch) und Norayr Hakhoyan zum Auftakt in Führung (1:2). Für den ersten Führungswechsel sorgte im Anschluss Baienfurts Ausnahmeathlet Radu Lefter (130 kg Freistil), der in dieser Saison bereits früh zum Publikumsliebling avancierte. Dem erfahrenen Theodoros Singiridis war der Moldauer in allen Belangen Überlegen und steuerte mit seiner technischen Überlegenheit die erste Höchstwertung auf das oberschwäbische Mannschaftskonto bei. Einen engen Kampf im Duell der Generationen lieferten sich KG-Nachwuchstalent Willi Lehn (66 kg Freistil) und der 39-jährige Moldauer Alexandru Chirtoaca. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte habe sich der Youngster laut Trainer Jelen von strittigen Pfiffen des Schiedsrichters und cleveren Kontern des Reilinger Routiniers verunsichern lassen und geriet ins Hintertreffen. Beherzt versuchte Lehn bis zum Schlussgong alles, fand aber kein Mittel gegen Chirtoaca und unterlag mit 3:9.

Einen Schockmoment erlebten die Oberschaben im Kampf zwischen Jan Zirn (98 kg griechisch-römisch) und Laokratis Kesidis. Nach einem Angriff des Reilingers, bei dem der Baienfurter dann schlussendlich geschultert wurde, blieb das Eigengewächs der KG bewusstlos liegen und musste behandelt werden. Wieder bei Bewusstsein konnte der KG-Mann die Matte dann aber glücklicherweise eigenständig verlassen. Eine spektakuläre Vorstellung bot im letzten Kampf vor der Pause wieder einmal Baienfurts bislang ungeschlagener Leistungsträger Valeriu Toderean (71 kg griechisch-römisch). Nach zwei Minuten hatte er seinen Kontrahenten Vatslav Vashedskyi ausgepunktet und holte sich seinen verdienten Applaus der immer lauter werdenden Baienfurter Sporthalle ab. Die knappe Halbzeitführung von 8:7 wurde nach der Pause von KG-Ringer Andreas Walter (86 kg Freistil) ausgebaut, der gegen Thomas Hunger einen ungefährdeten 9:1-Punktsieg einfuhr.

Der aufopferungsvoll kämpfende Danny Mayr (75 kg Freistil) stemmte sich mit aller Kraft gegen eine vorzeitige Niederlage gegen Reilingens absoluten Leistungsträger Sergiu Lupasco, musste jedoch eine Minute vor Schluss eine Schulterniederlage hinnehmen. Sichtlich geknickt und verärgert über seine Leistung, ging das Baienfurter Nachwuchstalent von der Matte, was auch Trainer Dariusz Jelen nicht kaltließ: „Für ihn ist das sehr bitter. Er nimmt sich so viel vor, trainiert gut und zeigt Willen, das ist für mich das Wichtigste.“ Eine Machtdemonstration führte danach Baienfurts Daniel Cataraga (80 kg griechisch-römisch) gegen den langjährigen Bundesligaringer Dario Schmidhuber durch. Mit schönen Griffen und einer Fünferwertung zum Abschluss landete der KG-Ringer eine technische Überlegenheit und verabschiedete sich damit gebührend von den Heimfans. Nick Allgaier (75 kg griechisch-römisch) und Luis Greif lieferten sich im Anschluss einen Kampf auf Augenhöhe. Mit einem Sieg wäre der Erfolg für die Achtruppe besiegelt gewesen, doch der deutsche Meister (U20) im Trikot der Reilinger gab sich nach frühem Rückstand nicht auf, gewann das Duell beim Stand von 5:5 aufgrund der letzten Wertung und hielt die Gäste noch im Kampf.

Damit waren vor dem letzten Kampf zwischen Marcel Käppeler (80 kg Freistil) und Richard Schröder noch alle Szenarien offen. Doch der Baienfurter ließ keine Zweifel am Gesamtsieg aufkommen und sammelte Punkt um Punkt bis zu einem deutlichen 10:2-Erfolg. Damit gewinnen die Oberschwaben das Verfolgerduell gegen die RKG Reilingen/Hockenheim mit 18:12 und haben sich dadurch den dritten Platz in der 2. Bundesliga Süd gesichert. „Ich bin super zufrieden mit der Heimsaison. Ich glaube, wir haben unseren Fans viele schöne Kämpfe geboten und gute Leistungen gezeigt“, lautet das Resümee von Trainer Dariusz Jelen. Zum Saisonabschluss geht es für die Oberschwaben noch auswärts zum Tabellenzweiten Heusweiler. In der Hinrunde ging der Kampf mit 14:9 an die Saarländer, weshalb die Baienfurter noch eine Rechnung mit dem letztjährigen Meister offen haben.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

61 kg griechisch-römisch: Veaceslav Mamulat – Norayr Hakhoyan 1:2, Zwischenstand 0:1

130 kg Freistil: Radu Lefter – Theodoros Singiridis 15:0, Zw. 4:1

66 kg Freistil: William Lehn – Alexandru Chirtoaca 3:9, Zw. 4:3

98 kg griechisch-römisch: Jan Zirn – Laokratis Kesidis Schulterniederlage, Zw. 4:7

71 kg griechisch-römisch: Valeriu Toderean – Vatslav Vashedskyi 15:0, Zw. 8:7

86 kg Freistil: Andreas Walter – Thomas Hunger 9:1, Zw. 11:7

75 kg Freistil: Danny Mayr – Sergiu Lupasco Schulterniederlage, Zw. 11:11

80 kg griechisch-römisch: Daniel Cataraga – Dario Schmidhuber 16:0, Zw. 15:11

75 kg griechisch-römisch: Nick Allgaier – Luis Greif, Zw. 15:12

80 kg Freistil: Marcel Käppeler – Richard Schröder, Endstand 18:12

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