Ruwen Hund ist deutscher Meister

Maxim Hafner wird in Aschaffenburg dritter

KG-Ringer Ruwen Hund (65 kg) hat bei der deutschen Meisterschaft der U17 in Aschaffenburg vom 6. bis 8. März den Titel im freien Stil erkämpft. Der Baienfurter wiederholt damit seinen Triumph aus der Altersklasse U14 und ist bereits zum zweiten Mal der beste Ringer Deutschlands in seiner Altersklasse. Bereits im Vorfeld war klar, dass das Nachwuchstalent nach den Erfolgen vergangener Turniere zum engen Favoritenkreis gehört. Dass Hund aber praktisch ohne Mühe zum Titel marschierte, war auch für KG-Trainer Frank Rothweiler nicht abzusehen: „Das war einfach genial. Er hat das Teilnehmerfeld absolut dominiert.“

Zum Auftakt gewann der KG-Ringer gegen Hauke Härcher aus Jena bereits nach einer Minute Kampfzeit technisch überlegen. Auch dem Leipziger Benno Kirsch ließ er bei einem weiteren Überlegenheitssieg keine Chance. Den ersten Wertungspunkt gab der Baienfurter gegen Sasun Kirkoroglu vom SV Johannis Nürnberg ab. Hier musste er zwar über die volle Kampfdistanz gehen, gewann aber dennoch ungefährdet mit 9:1. Nach einem Schultersieg über Carlo Weist (SV Halle) und einem Überlegenheitssieg gegen den Hamburger Adam Dzumaev zog das KG-Talent ins Finale ein. Hier traf er auf Neo Warkentin vom TuS Adelhausen, gegen den er beim DRB-Kaderturnier im Januar noch knapp verloren hatte. Motiviert und hoch konzentriert legte Hund einen überragenden Kampf auf die Matte und machte schnell deutlich, dass der Titel an diesem Tag nur über ihn gehen kann. Am Ende besiegte er seine Kaderkollegen deutlich mit 7:1 und belohnte ein starkes Turnierwochenende mit einem äußerst verdienten deutschen Meistertitel. „Das war eine unfassbar gute Leistung über das gesamte Turnier, vor allem mental“, zeigt sich KG-Trainer Frank Rothweiler zufrieden. In den nächsten vier Wochen wird der Fokus im Training laut Rothweiler jetzt auf das Entscheidungsturnier in Luckenwalde gesetzt. Mitte April hat das KG-Talent beim Brandenburg-Cup die Chance, sich im erneuten Duell mit Neo Warkentin für die Europameisterschaft zu qualifizieren. 

KG-Talent Maxim Hafner (55 kg) erwischte zum Auftakt mit Topfavorit Adrian Airich aus Kleinostheim das schwerstmögliche Los. Gegen den späteren deutschen Meister ging der Baienfurter zwar in Führung, war dann aber chancenlos und musste nach der technischen Niederlage seinen Traum vom Finale bereits begraben. „Gegen den Gegner ist das bei Max, glaube ich, auch immer ein bisschen Kopfsache“, sagt Rothweiler. Unbeirrt von der Niederlage ließ Hafner im zweiten Kampf nach nicht einmal einer Minute eine technische Überlegenheit gegen Jakob May vom VfK 07 Schifferstadt folgen. Mit dem Ispringer Roman Crigmont lieferte sich das KG-Talent einen offenen Schlagabtausch, behielt am Ende die Nerven und die Oberhand und setzte sich knapp mit 10:6 durch. Auch im Duell mit Tony Asch vom RV Lübtheen war der Kampf lange offen. Schlussendlich erneut mit dem besseren Ende für Hafner, der sich mit 11:5 durchsetzte. Nach einem Überlegenheitssieg gegen Can Ali Karabacak vom SV Johannis Nürnberg stand der Baienfurter im kleinen Finale. Hier traf er auf Neal Maier vom SV 98 Brötzingen. Die Medaille im Blick, ging Hafner schnell in Führung, ließ nicht locker und schulterte seinen Kontrahenten bereits nach knapp 1,5 Minuten. Damit erkämpft sich der junge Baienfurter in seinem zweiten U17-Jahr die Bronzemedaille. Auch Robert Flat (51 kg) hatte kein Glück bei der Auslosung und traf im ersten Kampf auf den Turnierfavoriten Jordi Ball vom KV Riegelsberg. Lange konnte der Baienfurter den Kampf offenhalten, musste sich dann aber mit 6:12 geschlagen geben. Auch im zweiten Kampf erwischte Flat mit Lewis Keysan einen bekannten Konkurrenten. Letztes Jahr ebenfalls in derselben Gewichtsklasse unterwegs konnte sich Keysan den Titel sichern. In diesem Jahr beendete der Baienfurter die Titelträume des Tennenbronners, kämpfte sich stark zurück und behielt knapp die Oberhand (5:4). Gegen Kian Tran vom TSV Gailbach war Flat im Anschluss dann aber chancenlos und musste sich mit dem siebten Rang begnügen. „Da hat man einfach gemerkt, dass ein bisschen die Körner fehlen“, sagt Rothweiler. Alles in allem habe das KG-Talent aber gute Ansätze zeigen können. 

Oskar Härdtner (80 kg) konnte sich am Freitagabend über ein Freilos freuen und stieg erst am Samstag ins Turnier ein. Gegen Robert Schläfke von der RCG – Potsdam lieferte er sich ein Duell auf Augenhöhe, musste sich aber mit 2:4 knapp geschlagen geben. „Der Gegner wäre an diesem Tag schlagbar gewesen aber die Gewichtsklasse ist einfach brutal stark“, so Rothweiler. Dass Schläfke bei Turnierende den vierten Platz belegte, bestätigt die These Rothweilers. Im Anschluss traf der KG-Ringer auf den letztjährigen deutschen Meister der U14, Felix Bambalyan. Hier war der Altersunterschied laut Rothweiler deutlich spürbar, weshalb sich Härdtner nach einer starken Leistung einen souveränen Überlegenheitssieg sicherte. Gegen den späteren deutschen Vizemeister, Eduardo-Florian Citu vom SV Untergriesbach, war der Baienfurter dann aber wieder chancenlos und landete nach der technischen Niederlage auf dem zehnten Platz. „Natürlich war er enttäuscht, dass nicht mehr herausgesprungen ist. Aber die Gewichtsklasse hat einfach eine unfassbare Leistungsdichte, da ist eine Medaille schon sehr, sehr schwer“, ordnet Rothweiler die Situation ein. Alles in allem war der KG-Trainer aber zufrieden mit dem Abschneiden seiner Schützlinge. Mit einer Bronzemedaille, einem deutschen Meistertitel und der Chance auf eine EM-Teilnahme in Form von Ruwen Hund kann sich die Ausbeute der Oberschwaben auch absolut sehen lassen.

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