Gegen Kleinostheim geht es vor allem um Schadensbegrenzung
Der SC Kleinostheim hat einen beeindruckenden Saisonstart in der 1. Bundesliga hingelegt und damit seine Ambitionen auf den deutschen Meistertitel untermalt. Nur drei Einzelkämpfe gingen bislang nicht an die Unterfranken. Am ersten Kampftag gewann der Titelanwärter beim AC Heusweiler mit 35:4, am zweiten Kampftag folgte ein deutliches 25:2 in eigener Halle gegen den KSV Köllerbach. Ergebnisse, die zeigen, dass alles andere als eine deutliche Niederlage im Heimkampf am Samstag für die KG Baienfurt schon eine Überraschung wäre. „Wir müssen schauen, dass wir vielleicht zwei oder drei Einzelkämpfe gewinnen und die Kämpfe eng gestalten, damit wir nicht unter die Räder kommen“, ordnet KG-Cheftrainer Simon Weißhaar die Ausgangslage realistisch ein.
Die Warriors aus Kleinostheim seien auf allen Positionen doppelt oder gar dreifach Weltklasse besetzt, was auch den finanziellen Mitteln der Aschaffenburger geschuldet ist. Die ausländische Achse um die beiden japanischen Superstars Kaisei Tanabe (71 kg Freistil), amtierender Asienmeister, sowie Yoshinosuke Aoyagi (75 kg Freistil), Asien- und Weltmeister, wird komplettiert durch den georgischen U23-Welt- und Europameister von 2024, Giorgi Chikhvadze (75 kg griechisch-römisch), dem amtierenden Vizeeuropameister Ramaz Zoidze (80 kg griechisch-römisch) und dem dreifachen U23-Weltmeister Alexandrin Gutu (86 kg griechisch-römisch). Ergänzt wird diese Weltauswahl von einem deutschen Quintett um Niklas Stechele (61 kg Freistil), Nachwuchshoffnung Lukas Benzing (66 kg griechisch-römisch), Ex-Baienfurter Marat Kardanov (80 kg Freistil) sowie Joshua Morodion (98 kg Freistil) und Franz Richter (130 kg griechisch-römisch). Allesamt zählen zu den besten Ringern des Landes und konnten auch auf internationaler Bühne schon Erfahrung sammeln. Stechele, Morodion und Richter sind amtierende deutsche Meister bei den Männern. Benzing und Kardanov zählen zu den größten Medaillenhoffnungen der deutschen Juniorennationalmannschaft bei kommenden Meisterschaften.
Beim Kader der Warriors geht die Superlative aus. Auch Cheftrainer Weißhaar ist sich dessen bewusst: „Das sind völlig verschiedene Ambitionen und finanzielle Mittel. Vielleicht können wir sie hier und da ein bisschen ärgern.“ Chancen rechnet er seiner Mannschaft vor allem in den beiden unteren Gewichtsklassen aus. „Ich sehe in den Duellen zwischen Norik Harutyunyan und Niklas Stechele und bei Rashad Orujevi gegen Lukas Benzing zwei enge Kämpfe.“ Auch das Duell zwischen Marcel Käppeler und dem ehemaligen KG-Ringer Marat Kardanov sei offen. Favorisiert sieht Weißhaar hingegen Baienfurts Leistungsträger Radu Lefter gegen Joshua Morodion. „Wenn wir in diesen Kämpfen ein paar Mannschaftspunkte sammeln könnten, wäre das schonmal ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt der KG-Trainer. Klar ist, dass das Duell in der Baienfurter Sporthalle für die Oberschwaben zu einer echten Mammutaufgabe wird. Den Fans wird am Samstag um 19:30 Uhr zumindest Ringsport der Extraklasse geboten. Ob es dann die eine oder andere Überraschung auf der Matte gibt, wird sich zeigen.
Für die zweite Mannschaft der Oberschwaben geht es derweil jetzt schon um wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Nach zwei Kampftagen steht die KG noch ohne Punkt auf Platz acht der Verbandsliga Württemberg. Schlusslicht ist der VfL Obereisesheim, der am Samstag um 17:30 Uhr in der Baienfurter Sporthalle gastiert. Gegen die Neckarsulmer benötigt die KG-Reserve zwingend einen Sieg, um den Anschluss an das Tabellenmittelfeld nicht schon früh in der Saison zu verlieren.