Baienfurts Ringer unterliegen im Spitzenkampf
Für die KG Baienfurt-Ravensburg-Vogt ist der Traum vom Meistertitel in der 2. Bundesliga Süd wohl geplatzt. Im Spitzenkampf beim ungeschlagenen Spitzenreiter ASV Urloffen unterlagen die Oberschwaben mit 11:18, wodurch sich der Rückstand auf die Hornets auf sechs Punkte vergrößerte. Die Ausgangslage für die Oberschwaben war bereits im Vorfeld des Kampfes denkbar ungünstig. Durch die Verletzung von KG-Ringer Jannis Rebholz (75 kg Freistil) mussten die Baienfurter die Gewichtsklasse unbesetzt lassen, da Vertreter Danny Mayr bereits am Freitagabend mit der zweiten Mannschaft im Einsatz war. Aufgrund der Punkteregelung der einzusetzenden Ringer lagen die Oberschwaben mit der unbesetzten Gewichtsklasse über dem erlaubten Limit und mussten ihren Topringer Victor Ciobanu (71 kg griechisch-römisch) aus der Wertung nehmen, um nicht bereits vor Kampfbeginn mit 0:40 am grünen Tisch zu verlieren. Damit hatten die Gastgeber bereits zu Beginn acht Punkte auf der Habenseite, die die Oberschwaben nicht mehr aufholen konnten.
„Für uns ist das natürlich extrem bitter. Mit voller Besetzung wäre das mit Sicherheit noch ein spannender Kampf geworden“, meint KG-Trainer Dariusz Jelen, der vor Ort von Timofei Xenidis vertreten wurde. So stand die Achtruppe nach der technischen Niederlage von Veaceslav Mamulat (61 kg griechisch-römisch) gegen Huseyn Garibov direkt zu Beginn mit dem Rücken zur Wand. Erneut begeistern konnte Radu Lefter (130 kg Freistil), der den Oberschwaben in gewohnt souveräner Manier mit einer technischen Überlegenheit gegen Daniel Fischer die ersten Punkte bescherte. Einen aufopferungsvollen Kampf zeigte KG-Talent Willi Lehn (66 kg Freistil) gegen David Kiefer. Nach einer knappen Führung zur Halbzeit habe er laut Jelen eine Aktion verschlafen und musste zwei Wertungspunkte gegen sich hinnehmen. Bis zur letzten Sekunde war der junge Baienfurter drauf und dran, den Kampf noch zu seinen Gunsten zu drehen, verlor am Ende aber knapp mit 2:4. Ebenfalls achtbar schlug sich KG-Eigengewächs Jan Zirn (98 kg griechisch-römisch) gegen den litauischen Olympiateilnehmer Mindaugas Venckaitis. In der Hinrunde noch vorzeitiger Verlierer, stemmte sich der Baienfurter gegen die Niederlage, hatte bei einer Aktion am Mattenrand aus Jelens Sicht noch Pech, dass er vom Kampfrichter keine Punkte zugesprochen bekam und verlor schlussendlich mit 0:6. Vor der Pause trugen dann Urloffens Sakit Guliyev und Baienfurts Victor Ciobanu (71 kg griechisch-römisch) einen Freundschaftskampf aus, den der ASV-Athlet nach intensiven sechs Minuten knapp mit 4:0 für sich entscheiden konnte. Trotz der knappen Niederlage musste die KG hier also vier Mannschaftspunkte an die Gastgeber abtreten.
Nach der Pause wusste Andreas Walter (86 kg Freistil) zu überzeugen, als er Raphael Langenecker technisch Überlegen besiegte und die Chancen auf den Gesamtsieg aufrechterhielt. Nachdem die Hornets in Form von Stefan Käppeler (75 kg Freistil) die nächsten Punkte kampflos einstrichen, stand in der Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm im griechisch-römischen Stil ein Duell zweier Ausnahmeathleten an. Bereits in der letzten Saison standen sich Aik Mnatsakanian und Daniel Cataraga zweimal gegenüber. Zweimal hatte der Bulgare im Trikot der Hornets jeweils beim Stand von 1:1 die Oberhand behalten. Auch dieses Mal schenkten sich die beiden Leistungsträger nichts. Das Duell hatte erneut keine Wertungspunkte zu bieten, endete erneut mit 1:1 und ging aufgrund der letzten Wertung erneut an Mnatsakanian. Damit musste Valeriu Toderean (75 kg griechisch-römisch) im Anschluss eine Höchstwertung gegen Domenik Chelo erkämpfen, um die Chance auf ein Unentschieden zu wahren. Der KG-Ringer war über die volle Kampfdistanz Herr der Lage, konnte gegen seinen passiv eingestellten Kontrahenten allerdings „nur“ acht Wertungspunkte erzielen.
Dadurch war den Gastgebern der Gesamtsieg bereits vor dem letzten Kampf nicht mehr zu nehmen. Zum Abschluss war Marcel Käppeler (80 kg Freistil) in einem engen Duell gegen Joshua Knosp bis kurz vor Schluss in Führung, bevor der Urloffener noch eine Aktion landen konnte und mit 6:4 gewann. „Insgesamt haben wir uns nicht schlecht geschlagen. Mit ein bisschen Glück und einer anderen Ausgangslage wäre hier sicher mehr drin gewesen“, lautete das Resümee von KG-Trainer Dariusz Jelen. Durch die Niederlage liegen die Oberschwaben weiterhin auf dem dritten Rang der 2. Bundesliga Süd mit nunmehr sechs Punkten Rückstand auf den weiterhin ungeschlagenen ASV Urloffen. In der nächsten Woche geht es für die Oberschwaben gegen den Viertplatzierten KSV Ketsch im Heimkampf darum, den dritten Platz zu festigen.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
61 kg griechisch-römisch: Huseyn Garibov – Veaceslav Mamulat 19:2, Zwischenstand 4:0
130 kg Freistil: Daniel Fischer – Radu Lefter 0:16, Zw. 4:4
66 kg Freistil: David Kiefer – William Lehn 4:2, Zw. 5:4
98 kg griechisch-römisch: Mindaugas Venckaitis – Jan Zirn 6:0, Zw. 7:4
71 kg griechisch-römisch: Sakit Guliyev – Victor Ciobanu 4:0, Zw. 11:4
86 kg Freistil: Raphael Langenecker – Andreas Walter 0:15, Zw. 11:8
75 kg Freistil: Stefan Käppeler – ohne Vertreter, Zw. 15:8
80 kg griechisch-römisch: Aik Mnatsakanian – Daniel Cataraga 1:1, Zw. 16:8
75 kg griechisch-römisch: Domenik Chelo – Valeriu Toderean 0:8, Zw. 16:11
80 kg Freistil: Joshua Knosp – Marcel Käppeler 6:3, Endstand 18:11